¡ Vamos !

Colombia - que rico !

 
02Juli
2014

Schon wieder Urlaub ?!

Sicher fragt ihr euch gerade, ob ich überhaupt mal arbeite oder den ganzen Tag nur am Strand abhänge. Berechtigte Frage angesichts meiner vielen Urlaubsbeiträge. Dies ist jetzt aber wirklich der letzte !

Kurze Zusammenfassung und danach gibt's nur ein paar Fotoeindrücke. Versprochen!

  • Der Amazonas. Von einer brasilianischen Lodge bis zum Amazonasdörfchen Puerto Nariño war alles dabei. Vor allem Tierchen: pinke Delfine (JA, ihr habt richtig gehört!), Spinnen, alle Arten von Vögeln und Fischen, Äffchen, Krokodile und Papageie
  • Der Westen des Landes: erster Stopp die Wüste de Tatacoa, weiter nach San Augustin und bis nach Popayan, einer wirklich schönen Kolonialstadt.
  • Die Traum-Karibik-Inseln San Andres und Providencia. Tauchen, Schnorcheln, Strand.. was will man mehr?!

Im Amazonas:

Perfekte Ausstattung Bei der Einreise nach Brasilien So sieht also der Amazonas aus.. Beim Sonnenuntergang Und windig ist es noch dazu So wohnt es sich mitten im Dschungel Der Blick von unserer Hütte   Beim Auftaktspiel in Brasilien.. :) Der Auto (besser gesagt: Moto-)Korso nach dem Spiel Brasilien feiert Die nächste Amazonasfahrt Unser Mitbewohner .. und sein Freund Es regnet ein bisschen. Ein ganz bisschen .. Morgens gab's noch Besuch vom Äffchen Das Kolumbienspiel musste am Flughafen geguckt werden

 

Desierto de Tatacoa, San Augustin und Popayan:

   San Agustin  Die Statuen von San Augustin  Die weiße Stadt: Popayan Im Parque  

 

San Andres und Providencia:

In Providencia Am Strand Lecker Meeresfrüchte Auf zu einer Insel  Ein Seestern Mit Elena Am Abend  Beim Tauchen Weiter runter .. Der Meeresgrund: 12 Meter

 

23Juni
2014

El mundial en Colombia

Nur ein kleiner Einblick ins kolumbianische WM-Feeling:

 

http://www.buzzfeed.com/danoshinsky/how-to-dance-like-a-colombian-soccer-star

 

20Mai
2014

Besuch aus der Heimat

Hallo ihr lieben Leser,

die "news" sind schon etwas älter: meine Mama und meine Schwester haben mich über Ostern besucht. Dafür sind unsere Erlebnisse aber noch gar nicht so weit weg. Wir haben unglaublich schöne, harmonische und manchmal anstrengende zweieinhalb Wochen erlebt. Unsere Route habe ich als "Reisebüro Lisa" natürlich extra erlebnissreich zusammengestelt. So sah's aus:

  • Ankommen in der Hauptstadt Bogotá
  • Entspannen auf der Karibikinsel Barú
  • Kultur im historischen Zentrum von Cartagena
  • Großstadtleben in Medellín
  • Kaffeegenuss in der Zona Cafetera
  • Salsatanzen in Cali
  • Ostern mit der Gastfamilie in Sogamoso

Erstmal Ankommen. Das Ankommen fängt leider mit sehr schlechten Nachrichten an: das wichtigste auf meiner Mitbringliste wurde vergessen. Mein heißgeliebter deutscher Käse (habe ich schon meine Abneigung gegen den kolumbianischen "Käse" erwähnt? ;-) ). Dieser schwerverkraftbare Verlusst musste mit der Milkaschokolade, dem Haribo und den Kinderriegeln überwunden werden. 
Der weitere Plan lautete erstmal: Bogotá von oben sehen, den klassisch kolumbianischen Ausflug in ein Centro Comercial (inklusive Mittagessen beiTaco Bell. Yummi!), ins Goldmuseum gehen und am allerwichtigsten: bei viel kolumbianischem Kaffe einfach mal quatschen. Der Jetlag hat ja auch noch etwas zu schaffen gemacht.

Top Reiseführerin Der Blick von oben Mama und ich auf dem MontserrateWir dreiUm Klischees zu bedienen: Coca-Tee im Goldmuseum mit Sophie Der erste von vielen Juan Valdez-Kaffees   Die erste Empanada Reisen ist die beste Universität ! Bei Crepes&Waffles

Danach ging's ins Flugzeug und ab an die Atlantikküste. So viel zu sagen braucht man gar nicht. Ein Buch an einem Tag lesen, im Meer schwimmen und frisch gefangenen Fisch essen reicht ja auch.

Unsere Nächtigungsstätte Der Sonnenuntergang Am nächsten Morgen Die Yacht hat auch schon angelegt. ;-) Der zweite Sonnenuntergang

Wieder auf dem Festland hatten wir noch zwei halbe Tage in Cartagena. Auch wenn die Stadt etwas zu heiß ist, gehört sie zu einen meiner Lieblingsorten hier in Kolumbien. Einfach schön!

Die Innenstadt von Cartagena Eine Gasse

In Medellín haben wir Speedsightseeing gemacht. Eine echt schöne Stadt, in der man ruhig noch mehr Zeit hätte verbringen können, aber die kurzen Eindrücke waren schon einprägend. Seilbahn fahren, in den botanischen Garten gehen, zu der Comuna 13 und bei einem Stück Sushi die Stadt von oben sehen.
Für Interessierte: Die Comuna 13 ist ein Projekt verschiedener kolumbianischer Unternehmen und Vereine. Da die Stadt Medellín in einem Tal liegt, aber von Zeit zu Zeit immer mehr gewachsen ist, gibt es Teile, die auf dem Hang sind. Für Europa eher unverständlich: statt dass die Reichen sich die schöne Sicht vom Hang aus auf die Stadt nicht nehmen lassen wollen, leben dort die Ärmeren der Stadt. Früher musste man den ganzen Weg zu Fuß erledigen, das heißt, man musste zum Teil 45 Minuten zu Fuß bis zu seinem Haus hochlaufen. Dass eine 70jährige das nicht mehr so einfach schafft, ist ja klar. Der Plan ist also: es wurde investiert, damit es mehrere Rolltreppen durch das ganze Viertel gibt und man innerhalb von 5-10 Minuten von unten nach oben kommt. Perfekte Lösung!

Medellin von oben - am Tag Seilbahn fahren Im botanischen Garten Eine Rolltreppe in der Comuna 13 In der Comuna 13 Spontan wurden wir noch interviewt Hier in Action Medellín von oben - by night

Von der Großstadt ging's für uns in die Pampa: mitten im Nix hatten wir uns eine schöne Kaffeefinca ausgesucht, die neben dem regulären Kaffeeanbau noch Tourismus betreiben. Schöner geht's echt nicht! Außer einer Kaffee- und Miniwandertour hieß es vor allem: Seele baumeln lassen und relaxen. Das Bier im Pool ist natürlich obligatorisch. ;-)

Die Landschaft ist einfach sooo schön ! Die Finca, in der wir waren Voll von Pflanzen.. Von der Pflanze zur Kaffeebohne Die riesen Palmen Und das Bier

Von der Provinz ging's in die nächste Großstadt: Cali! Leider hat uns Cali mit Regen begrüßt und verabschiedet. Nunja, eine Citytour im Bus geht trotzdem und die Cocktails und den Salsa am Abend (nur Mama hat gekniffen) haben wir uns nicht nehmen lassen.

Auf der Stadttour Einen Freund haben wir beim Salsatanzen gemacht. ;-) By night Domino's war Pflicht !

Nach einer eintägigen Reise in die Heimat, sind wir abends in Sogamoso angekommen. Meine Gastfamilie war leider in sehr doller Ostern-Trauerstimmung und nicht wirklich in Unternehmungslaune, aber wir haben uns auch so die Tage schön gemacht: nach Paipa in die Therme, ins koloniale Villa de Leyva und zum Shoppen nach Nobsa. Zwischenzeitlich blieb natürlich trotzdem Zeit für ein Mittagessen mit der gesamten Familie. Dazu haben wir am letzten Tag noch mein Projekt besucht. Die Kinder haben auch das Herz meiner Mama und meiner Schwester höher schlagen lassen.

In Villa de Leyva Mit Schauspielern in einem Museum Mit meiner Gastschwester Die Schwestern plus Mama Beim Mittagessen Ausflug nach Nobsa Gruppenfoto Aguardiente darf natürlich nicht fehlen

Das hat natürlich den Abschied nicht einfacher gemacht, aber ich würde jedes Mal wieder die Chance nutzen, jemandem dieses wunderschöne Land, was ich glücklicherweise für 11 Monate mein zu Hause nennen darf, zu zeigen. 

Vielen Dank für die schöne Reise, Mama & Anna. Es war wirklich sooo schön. Und auf den Käse muss ich ja auch nur noch ein paar Monate warten. ;-)

 

22März
2014

Mein Projekt

Eckdaten

Was? - Asociación de capacitación infantil de Sugamuxi, kurz: ACISUG
Was genau? -eine Einrichtung für geistig behinderte Kinder, Jungendliche und Erwachsene in Sogamoso
Wie viele? - Es kommen täglich zwischen 35 und 50 Kinder zu uns und wir arbeiten im Team mit 6 Lehrern, einer Sozialarbeiterin, einer Sekretärin, einer Köchin und der Direktorin zusammen.
Welche Aufgaben? -Ich unterstütze die Lehrer und bin "das Mädchen für alles"
 

Ein normaler Tag in ACISUG

Nix für Langschläfer (ich habe auch ab und zu immernoch damit zu kämpfen): um 7 Uhr morgens stehen die Kinder auf der Matte. Ich bin meistens - natürlich hat der Transport Schuld! - spätestens um 7.15 Uhr auch endlich da.
Dann gucke ich wie mir der Sinn steht. Ich darf entscheiden zwischen der Sonderpädagogin, der Physiotherapeutin, der Ergotherapeutin, der Logopädin, dem Psychologen oder der kleinen Behindertenwerkstatt. Meistens tummele ich mich zwischen Psychologen und Physiotherpeutin und wenn ich mal keine Lust auf die Kleinen habe, verziehe ich mich in die Werkstatt. 
Um 8 Uhr klingelt es das erste Mal: die Kinder, die in sechs Gruppen aufgeteilt sind, spielen Bäumchen wechsel dich, sodass sie jede Stunde mit anderen Lehrern haben.
In den Stunden malen die Kinder (meistens von mir kunstvoll erstellte) Bilder aus, kneten, puzzeln oder lösen einfache Mathe- oder Schreibaufgaben. Die meisten Kinder haben aber eher den Drang, die Lehrer und mich so richtig auf Trap zu halten, in dem sie pausenlos die allerneusten Geschichten vor sich hinplappern, zwischen den Klassenräumen hin- und herrennen und alle 2 Minuten eine 5minütige Pinkelpause brauchen.
Die langersehnte kleine Durchschnaufpause: um 9 Uhr gibt es im Essensraum für alle Kinder einen Snack (zum Beispiel eine Banane und einen leckeren Saft) und für die Lehrer den von mir sehr zu schätzen gelernten Tinto (heißer, süßer, schwarzer Kaffee). Manchmal bleibt sogar noch eine Banane für uns übrig. 
Eine halbe Stunde (beziehungsweise ab und zu auch 45 Minuten) später klingelt es wieder. Die beiden letzten Stunden werden eingeläutet. Gleiches Spiel: Malen, Kinder einfangen und Klogänge stehen für mich an. Manchmal wird der gewohnte Rhytmus von kleinen Aktivitäten durchbrochen: es geht in den Sportraum, nach draußen zum Fahrradfahren oder ab und zu fahre wir in ein Dorf in der Nähe zum Reiten oder zum Schwimmen. Ein Highlight für die Kinder und auch für mich! 
Nach dem Mittagessen um 11.30 Uhr werden die Kinder nach-Hause-geh-bereit gemacht, eine Elternnotiz noch schnell geschrieben (zum Beispiel: "heute hat dein Kind sehr gut gegessen" .. ) und aufgeräumt. Um halb 1 sollen die Kinder dann abgeholt werden. Mit der kolumbianischen Gemütlichkeit warten wir aber meist noch bis um 1 Uhr, um die letzten Kinder zu verabschieden.

Pros&Cons

Einfach ist es nicht mit den Kindern - aber das hat auch keiner behauptet. Am Ende meines Arbeitstages bin ich meistens echt fertig. Aber jedes ernstgemeinte Lächeln oder Lachen der Kinder macht die ganze Anstrengung wett. Ich liebe die Arbeit mit den Kindern aus vollem Herzen und ich gehe wirklich sehr gerne ins Projekt. 
Meine Direktorin hat auch ein sehr großes Herz und lässt mir sehr viel durchgehen (zum Beispiel Urlaub außerhalb der Ferienzeit). Außerdem ist sie sehr aufgeschlossen meiner Ideen gegenüber, die ich manchmal zur Verbesserung meiner Arbeit habe.
Was mich manchmal tief stöhnen lässt sind die pädagogisch sehr konservativen Lehrer. Inzwischen weiß ich mich aber auch zu "wehren" und erkläre einfach ganz frech, dass ich soetwas nicht mitmachen werde und lieber mit einem anderen Lehrer zusammenarbeiten werde. Sehr viele Sympathiepunkte habe ich dadurch bei einigen im Team nicht geerntet, aber wenigstens kann ich damit selber besser leben.

La futura

Ich habe einen Plan ! Und der wird langsam - Schritt für Schritt - in die Realität umgesetzt. Schritt 1 war, dass ich seit Anfang März - und nach etwas Überzeugungsarbeit bei AFS - mit einer weitern Freiwilligen zusammenarbeite. Erstens hat Jana überhaupt mehr Ahnung und Erfahrung (nach einem Studium "Soziale Arbeit" und mehreren längeren Praktika im Bereich "Heilpädagogik") als ich und ist dazu super lieb und motiviert.
Schritt 2 ist für mich, dass ich ab nächster Woche mich mit Jana in einen eigenen Raum verziehe und wir zu zweit mit immer zwei oder drei Kindern unser eigenes "Projekt im Projekt" starten und individuell mit den Kindern arbeiten können. Drückt mir die Daumen, dass das alles so klappt. :)
Schritt 3 hat folgenden Hintergrund: viele Kinder kommen aus sehr armen Verhältnissen und die meisten kommen zu uns aus einem schwierigen zu Hause. Mehr als ein paar Mal ist es passiert, dass Kinder aufgrund von Geldmangel den Bus zu ACISUG nicht nehmen konnten und zu Hause bleiben mussten, ihr Mittagessen bei uns nicht bezahlen konnten oder allgemein das kleine Schulgeld, mit dem die Lehrer und Materialien bezahlt werden, nicht aufbringen konnten. Die Eltern haben oftmals keine andere Möglichkeit, als ihr Kind alleine zu Hause oder mit ihren Geschwistern oder Großeltern zu lassen, wenn sie arbeiten müssen. 
Aus diesem Hintergrund wollen wir versuchen, so viele Unterstützer wie möglich zu finden, um den Kindern zu ermöglichen ohne Ausnahme jeden Tag zu kommen. Außerdem wäre es schön, wenn wir den Materialienbestand etwas erweitern könnten, damit die Lehrer auch die Möglichkeit haben, anständig zu arbeiten.
All das jedoch ist noch Zukunftsmusik. Ich hoffe jedoch sehr, dass wir bis Ende meines Jahres noch einiges auf die Beine zustellen bekommen.

Einige Eindrücke

Was sind Wörter ohne Bilder? Ein paar Fotos habe ich von einer Gruppe schon geschossen:

Meine Arbeitsuniform Beim Malen mit Edwin Beim Malen mit Andrea Beim Malen mit Wilmar Das haben wir doch schön gemalt, oder nicht? beim UnterrichtFahrradfahren draußenein bisschen GartenarbeitSofia, die kleine Freche, und ichbeim Basteln (mit Jana in der Mitte)Wilmar und ich.einer von den Älterenbeim einem kleinen Schulfest (die Nationalhymne wird grade gesungen)Beim Tanzen macht ihnen keiner was nachLady Gaga: Bad Romance.

11März
2014

Was bisher geschah..

Liebes Lesevolk,

und schon wieder ist es passiert und ich bin in die Schreibfaulheit geraten. Einen kurzen Rückblick gibt es auf die wichtigsten Ereignisse - im Schnelldurchlauf:

Weihnachten

Da muss man echt hart nachdenken - ist ja schließlich schon zweieinhalb Monate her. So richtig weihnachtlich war es auf jeden Fall nicht. Dafür, dass es mit der heiligste Tag der Katholiken ist, sind die ungeschlagenen Kirchgänger dann doch sehr bodenständig was das Feiern angeht. In die Kirche wurde natürlich gegangen - jedoch in Alltagskleidung. Mit meinem Kleidchen und hohen Schuhen war ich sehr overdressed. Geschenke gab es auch - für mich einen Ganzkörperschlafanzugsstrampler. Kleidung war als Geschenk eh sehr angesagt: Hose gab's für Gastmama, Krawatte für Gastpapa, Tasche für Gastschwester und Mütze für Schwager. Ein gewohnt deutsches Dreigänge-Bratenmenü hat leider wirklich gefehlt und stattdessen gab's ein Suppen-All-You-Can-Eat für alle. Die Party hat sich auch gut gehalten: bis um drei Uhr morgens wurde Salsa getanzt. Mit allen Nachbarn und Freunden und Fremden, die es so aufzutreiben gab. 
Verkatert ging's dann am 25. an einen Fluss zum Pollo-essen mit der Familie ganzen Familie.

Bei der Beschehrung: Gastschwester mit Mann und Tochter. Eliana und Pipe. Gastschwester und Gastcousin.  Die ganze FamilieAm 25. mit meiner Lieblingsgastschwester Eliana. Mit meinem Gastcousin. Bei einer kleinen Wanderung über einen Fluss.

Silvester

Kolumbianisches Fettnäpfchen, was ich natürlich nicht ausgelassen habe: meine Gastschwester (habe ich schon erwähnt, dass sie ein wahrer Schatz ist?!) zu fragen, ob wir nicht an Silvester Party in Bogotá machen wollen. Uuuups! Das kam nicht so gut an. Nochmal zum merken: Silvester wird mit der Familie gefeiert! Gut, das habe ich auch verstanden und meine Erwartungen nicht ganz so hochgeschraubt - zu Unrecht.
Die Familien- (und Nachbarn- und Bekannten- und Allediemansonstnochsokennt-)Party fand im Haus der Eltern meines Schwagers etwas außerhalb statt. Es wurde gegessen (Suppen-All-You-Can-Eat die Zweite), getrunken und natürlich getanzt. Die Mona aus Deutschland war natürlich ein Blickfang für alle Ü-50-Männer und zum Luft holen kam ich eigentlich nicht. 
Mithilfe von meiner Gastschwester habe ich es nach der Party (Ende ca. 3 Uhr) noch auf eine Party eines Freundes aus Sogamoso geschafft und sogar bis SECHS UHR MORGENS (!!) durchgemacht und wie durch ein Wunder und mithilfe der mindestens 12 Bier pro Gastelternteil habe ich es unbemerkt ins Haus geschafft.

Midstay

Zeitsprung: Wir befinden uns Ende Februar 2014. Das Midstay von meiner Organisation steht an. Vorher haben wir aber noch das Nachtleben und die Shoppingmalls der Hauptstadt ausgekostet und sind ein Wochenende früher losgedüst. "Wir" sind natürlich die unschlagbare Tunja-Simijaca-Sogamoso-Gang. Am Samstagabend ging's in den längendersten Club Bogotás und Sonntag ins größte Centro Comercial. Das heißt: ohne auf die Uhr zu schauen feiern gehen, sondern bis die Füße bluten UND so richtig schöne Kleidung im Schaufenster sehen.

Beim Midstay haben wir es vor allem genossen uns alle wiederzusehen (Cali, Medellin, Bucaramanga, San Gil, Tunja, Sogamoso und Bogotá waren versammelt). Dazu haben wir viel über unsere Erfahrungen und Probleme geredet. Ich brauchte es total mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen und aus meiner - manchmal etwas ausufernden - Meckerlaune rauszukommen. Schön war's!

Partytime Teil I Partytime Teil II Katertag im Hostel

Boyacá ist ja sooo schön

 Das kälteste Departemento Kolumbiens ist nicht sehenswert? Absolut falsch! Ich fühle mich hier im campesino-Leben echt wohl und diese Bilder (aufgenommen auf einer zehnstündigen Wanderung durch einen Paramo bei mir in der Nähe) können auch nicht lügen:

So ein Blick belohnt !  Unser BeschützerNoch etwas nebelig.. Der erste Rast. Name dieser Pflanze: So weit das Auge reicht.. Bei der Mittagspause.  Der Wasserfall neben unserem MittagspäuschenNoch ein Blick zurück.  

21Dezember
2013

Die Vorweihnachtszeit

Meine lieben Leser in Deutschland,

Die Vorweihnachtszeit! Was ich in Deutschland auf dem Weihnachtsmarkt, mit Glühwein und Geschenke einkaufen verbringe, verbringe ich in Kolumbien bei schnieken 20°C mit der Familie. 
Typische Aktionen in der Vorweihnachtszeit im Überblick:

Die Novenas

Die Novenas sind die 9 Tage vor Weihnachten (ab dem 15. bis zum 24. Dezember), die in Kolumbien eine besondere Bedeutung haben. Diese Tage werden gefeiert. Bei meiner Familie läuft es so ab: Jeden Abend treffen wir uns bei einem anderen in der Familie zu Hause (Tante, Onkel, Cousine, Schwester etc.) und feiern die Novenas. Es werden verschiedene Bibeltexte vorgelesen, eine Auslegung dazu, Lieder gesungen und - natürlich - gibt es reichlich zu Essen und zu Trinken. Wein, Kekse, Limo und ein Fingerfood ist immer mit dabei. Ich find's schön..eine schöne Tradition und Familienzeit gehört ja auch zu Weihnachten.

Die Weihnachtsdekoration

Mitte bis Ende November geht's los: Nicht nur der (Plastiks-)Weihnachtsbaum wird mit Lichterketten, Kugeln und Lamette vollgehangen, sondern auch das gesamte Haus. In dem meisten Haushalten gibt es die Haushaltsgegenstände doppelt: einmal die normalen Teller, Tassen, Schüsseln und einmal die Weihnachtsteller, -tassen und -schüsseln. Dazu kommen natürlich auch die Lichterketten im ganzen Haus, an den Fenstern und draußen, damit auch jeder merkt, dass Weihnachten ist. Ein paar besonders schöne Fotos aus dem Haus meiner Freundin Sophie:  Der Toilettensitz wurde NATÜRLICH ausgewechselt Jeder Weihnachtsmann findet hier seinen Platz. Hauptsache es blinkt und blitzt Die extra Teller wurden herausgeholt

Die Vueltas

Eines der ersten Wörter, die ich gelernt habe: vuelta. Im Wörterbuch steht "Drehung" oder "Runde". In Kolumbien meint es aber eine unnötige Fahrt im Auto, mit dem Ziel irgendwo einen Kaffee trinken zu gehen. Die vueltas an Weihnachten meinen vor allem, dass man in Dörfer in die Umgebung fährt um sich dort die Weihnachtsbeleuchtung anzuschauen. Schließlich sind nicht nur die Wohnzimmer voll damit, sondern die ganze Stadt. In den letzten zwei Wochen war ich schon in vier verschiedenen Dörfern - jedes schöner als das andere, aber urteilt selbst:  Ein blinkendes Auto - also, wenn das nicht weihnachtlich ist.. Cinderellas Kutsche Der pinke Weihnachtsbaum. :) Das Schiff mit dem Geschenken vom Bär umgeben von Palmen. An Schönheit nicht zu übertreffen!

 

Um ein bisschen deutsches Leben in die kolumbianische Vorweihnachtszeit zu bringen habe ich mit meiner Gastschwester Vanillekipferl und Mürbeteigplätzchen gebacken und einen Adventskalender für meine Gastfamilie gebastelt, an dem sich vor allem die Kinder erfreuen. Für mein eigenes Wohlbefinden habe ich solange gesucht, bis ich eine Bar gefunden habe, in dem sie "heißen Wein" verkaufen (da war sogar eine Zimtstange drin!) und gucke mir die wichtigsten Filme an: Der kleine Lord, Eine Weihnachtsgeschichte, Rudolph das kleine Rentier und natürlich Tatsächlich Liebe. 

Ich wünsche euch allen eine wunderschöne Weihnacht! Ich habe sie hier bestimmt. :-)

06Dezember
2013

Vamos a la playa!

Lang, lang ist's her, dass ich das letzte Mal etwas geschrieben habe. Jetzt geht's dafür direkt mit einem Riesenbericht weiter. Die erste große Reise stand an. Vamos a la playa!

Nachdem ich meine Gastfamilie überredet hatte, bei AFS Bescheid gab und meine Chefin mit dem Argument "Im November ist es viel günstiger zu reisen" restlos überzeugt hatte, ging es nun wirklich los.
Die Crew? Meine vier Soga-City-Girls: Svana, Elena, Sophie und Tanja, die Tunja-Ladys: Miri und Anni und natürlich meine Lieblings-Hannimausi aus Simijaca. Zusammengefasst: eine  sehr harmonische Mädelstruppe (ganz ohne Ironie!).   Die Crew
Die Zeit? Vom 18.11-06.12., oder anders: 18 volle Tage.
Die Tour? Sogamoso - Bucaramanga - Santa Marta - Parque Tayrona - Santa Marta - Ciudad Perdida - Santa Marta - Palomino - Cartagena - Sogamoso

Start: eine zehnstündige Fahrt nach Bucaramanga. Vorbereitet mit einer Riesentüte an Proviant und genug Akku auf dem mp3-Player. Bucaramanaga ist laut fast allen Kolumbianer "bonita", ich fand's eher sehr westlich. Super sauber, McDonald's-Tüten im Mülleimer und Cafébecher von Juan Valdez (das kolumbianische - sehr teure - Starbucks) in der Hand. Die Weihnachtsbeleuchtung hat's mir dann aber doch angetan. Stilecht!  Die schöne Weihnachtsbeleuchtung  Ein blauer Weihnachtsbaum und eine bleuchtete Palm. Hach, wie schön!

Weiter ging's mit einem Nachtbus nach Santa Marta. Endlich an der Karibikküste angekommen! Naja, fast. Eher an der wirtschaftlichen Karibik mit Hafen und ohne Strand. Reiseempfehlung? Ein paar Stunden kann man sich dort schon aufhalten, aber länger eher nicht. Dafür ist die Umgebung zu schön.  An der Küste Santa Martas Die kolonialische Ecke Santa Martas

Nächster Halt: Parque Tayrona. Uiuiuiui. Da sind ja endlich die wunderschönen Strände! Aber von Anfang an: der Parque Tayrona ist ein Nationalpark, der mitten in der Sierra Nevada liegt. Dem höchsten Küstengebirge der Welt, ganz oben auf den Gipfeln kann man sogar Schnee sehen. Das heißt: der Park ist ein einziger Dschungel, der aber direkt an den Strand grenzt. Zwischen Bäumen, auf denen Affen klettern, und dem Strand liegen nur um die 10 Meter - verrückt, sehenswert und wirklich wunderschön. Geschlafen haben wir natürlich in Hängematten, gegessen haben wir nur das beste vom besten: Nudeln auf dem Feuer gekocht, dazu Zwiebel, Knoblauch und eine Tüte Gewürze..was braucht man mehr?! Strandtage haben wir uns natürlich gegönnt, obwohl man von Entspannung auch nicht sprechen kann. Um zu den Schwimmstränden zu kommen, muss man um die zwei Stunden laufen. Egal, gelohnt hat es sich ohne Ende! Reisempfehlung? Oooohja !  Auf dem WegEine der vielen riesigen AmeisenstraßenLeere KokosnussschalenUnsere Hängematten Unser Campingplatz Unser selbstgemachtes Feuer! Der erste Blick auf den Strand Ein bisschen entspannen   :) Mit Hannahmausi Ein schöner Ausblick Das Lonely Planet Titelbild Der Dschungel und der Strand grenzen aneinander Die Sierra Nevada zu gefährlich zum Schwimmen.

Zurück ging's für eine Nacht nach Santa Marta und dann - mit Bammel - auf einen wunderbaren Trip. Die Ciudad Perdida - Die verlorene Stadt. Ein paar Touriinfos dazu: Die Stadt wurde zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert erbaut und bewohnt von dem indigenen Volk Tairona. Als die Spanier kamen, musste die Stadt wegen Seuchen aufgegeben werden und wurde unbewohnt, aber zu einem heiligen Ort für alle Stämme und Völker drumherum. Im Jahr 1975 wurde sie von Goldgräbern entdeckt und geplündert - erfolgreich. Da gab's einiges zu holen. Danach haben Archäologen das Gebiet erforscht und die verlorerene Stadt ist neben dem Machu Picchu eine der wichtigsten präkolumbianischen Städte in Südamerika. Soweit, so gut. Der Weg hin zur Stadt und zurück sind 47 Kilometer. Sollte man eigentlich bei normaler Laufgeschwindigkeit an einem Tag schaffen. So schnell ging's dann jedoch nicht. Wir haben uns für den Mittelweg: die 5-Tages-Tour (es gibt noch eine 4-Tages und 6-Tages-Tour) und für die Agentur "wiwa" entschieden. Die ist benannt nach einem noch existierenden Stamm in der Gegend und beschäftigt nur Indios. Also ging's los: 6 deutsche Chicas, ein Spanier und der wortkage Celso - unser indigener Guia. Dazu kam noch das super Highlight: unser Koch Gorge, der uns mitten im Urwald die schönsten Dinge zubereitet hat: frisch frittierten Fisch, Popcorn und immer einen heißen Kaffee. An Verpflegung hat es uns nicht gemangelt. 
Von einem Spaziergang zur verlorenen Stadt konnte man nicht sprechen. Entweder ging es in einer 45 Grad-Steigung den Berg hoch oder in einer 45Grad-Steigung den Berg runter. Geradeaus sind wir fast gar nicht gelaufen. Der Schweiß lief in Strömen, die Zunge hing bist zum Boden, die Füße wurden malträtiert und die Mücken fanden unsere Beine außerordentlich süß (ich habe nicht nachgezählt, aber ich schätze so mit 200 Stichen pro Bein - trotz Antiinsektensprack). Der Weg ist das Ziel - so war es wirklich auf dieser Reise. Die verlorene Stadt war atemberaubend, aber der Weg hin und zurück war nocht atemberaubender. Der wortkarge Celso war dann gar nicht so wortkarg, hat ein paar deutsche Wörter gelernt und wir haben ein paar wiwa-Wörter gelernt und nicht nur das, auch über das Leben der Indios heutzutage und früher. Super spannend!
Der Trip war weltklasse: pure Erschöpfung und Schönheit soweit das Auge reicht. Reiseempfehlung? 1000 Mal: JA !  So ging's los. Heiß! Der erste Abend Celso und ein Freund von ihm Unsere erste Übernachtung Morgenstund hat Gold im Mund - um 6 Uhr morgens ging's los Unsere zweite Unterkunft Die Sanitäranlagen. ;-) Tipp: im Hellen duschen! Der Weg nach oben Auf Mulas (Esel oder so etwas) muss man immer auf der Hut sein. Die Landschaft Bloß nicht runterfallen dort. Ein Panoramabild

Zurück ging es in die Zivilisation und nachdem wir uns in Santa Marta etwas aufgepäppelt hatten, haben wir uns in Palomino mit den anderen beiden Chicas, die solange das Ökofinca- und Partyleben ausgekostet hatten und ein paar Mückenstiche (so ca. 200 Stiche) weniger hatten als wir, wiedergetroffen.
In Palomino bekommt man einen Schock. Die Stadt ist eine der hässlichsten Städte, die ich bisher in Kolumbien gesehen habe. Wenn man dann um die 15 Minuten weitergeht, WOW! Einfach nur WOW! Wieder einmal eine überwältigende Natur. Ein langer, von Palmen gesäumter, weißer Strand und ein türkis-blaues Meer. Das Paradis! Wir haben - wie die letzten 10 Tage - in Hängematten geschlafen und das nicht mehr als 10 Meter vom Strand entfernt. Dort gab's dann gekauftes Essen (Ja, wir haben uns so richtig was gegönnt!) und Strand, Strand, Strand. Die Regenerierung von der Ciudad Perdida Tour. Reiseempfehlung? Da hätte ich ein ganzes Jahr ausgehalten. Auf jeden Fall!  Ganz schön in unserem Hostel Der Strand palmengesäumt Menschenleerer Strand Ein Panoramabild Blauer Himmel, klares Wasser. Traum! Die Sicht auf unsere Finca

Nachdem wir uns so halbwegs entspannt haben, ging's wieder ins Großstadtgetümmel: nach Cartagena. Cartagenas Altstadt ist TOP 1 bei Lonely Planet. Daran habe ich meinerseits etwas gezweifelt, um es mit den Worten einer meiner Mitreisenden zu sagen: "Schließlich wissen wir ja jetzt, dass die Natur in Kolumbien einfach viel schöner ist als die Städte." Aber nun gut. Unser Hostel lag mitten in der Altstadt, das war ja schonmal top.
Cartagena im Dezember ist eigentlich nur eins: heiß. Wir wurden auch vor Hitze erschlagen, als wir aus dem klimatisierten Bus ausstiegen. Auf der Fahrt im Taxi waren wir noch etwas skeptisch, ob Cartagena wirklich UNESCO-Weltkulturerbe ist. Als wir jedoch in der Altstadt in unserem Hostel ankamen, haben wir's sofort geblickt: Ohja! Das hier ist wirklich wirklich schön.
In den letzten Tagen haben wir erstens den Reiseführer zu Hause gelassen und sind ohne einen richtigen Plan durch die Gassen gestreift und zweitens haben wir auch ein bisschen unser Budget vergessen. Bei mir gab's eine fette Shoppingtour bei Tennis (der beste Klamottenladen in Kolumbien!), drei Kugeln Eis am Tag und sogar ein Besuch bei Crepes&Waffels und Juan Valdez. Wir haben es uns gut gehen lassen, sind von Café mit Klimaanlage zu dem nächsten gegangen und die schöne Stadt auf uns wirken lassen. Einen Abend haben wir sogar einen großen Cocktails-Marathon im Hostel gestartet. 
Ein wunderbarer Abschluss einer wundervollen Reise!   Die Altstadt Ein Blick auf einen schicken Innenhof. Die Kathedrale - ein Muss. Das Bankenviertel Cartagenas Sophie und ich in Cartagena Meine Chicas und ich bei einer kleinen Pause Auf dem Weg zu Crepes and Waffels. Juhu! Einmal gönnen - Juan Valdez. Die Stadtmauer. Ein Abschlussbild. :)

Abgeschlossen haben wir aber eigentlich mit dem schlimmsten Part: der 25stündigen Busfahrt zurück nach Sogamoso. Mit viel Schlaf, einigen Filmen im Bus und dem Aufarbeiten der Reise hatten wir aber auch genug zu tun, sodass es dann doch besser war als gedacht.
Zu Hause angekommen wurde ich von einer glücklichen Gastfamilie empfangen, die sich sehr über meine Ankunft gefreut hat, und ich habe die nächsten 14 Stunden durchgeschlafen. Im eigenen Bett kann man dann doch besser Schlafen als in einem 12-Bett-Schlafsaal. 

15November
2013

Heute ist Gönn-Dir-Tag

Meine beiden Chicas aus Tunja haben einen sehr schönen Blog, den ich sehr empfehlen kann und weil ich es nicht besser sagen könnte, verweise ich euch auf ihren Blog zum Thema "Kolumbianische Gaumenfreuden". 
Obwohl ich Nummer 10 und 6 tauschen würde, stimme ich damit sehr überein. Lohnt sich!

http://aventurarexona.wordpress.com/2013/11/12/heute-ist-gonn-dir-tag/ 

20Oktober
2013

Ein kleines bisschen Abenteuer

Die erste große Reise stand an ! Vom 10.-13. war ich mit einer Gruppe Deutscher und einem Kolumbienaer in San Gil. Laut Lonely Plant unter den Top 20 Erlebnissen in Kolumbien: "für alles Sportliche mit Adrenalinkick ist San Gil der angesagteste Abenteuerspielplatz Kolumbiens.". Entcones, vamos!

San Gil liegt mit dem Bus so ca. 5-6 Stunden von meinem zu Hause hier entfernt und das allerbeste daran ist: Das Wetter! (Wer nämlich glaubt, dass ich in Sogamoso im tropischen Kolumbien ständig Hitzewallungen habe, der täuscht sich leider.) In San Gil ist man aber mit Shorts und Top immernoch am dauerschwitzen. Ich habe jedoch das Wetter etwas unterschätzt und drei lange und nur eine kurze Hose mitgenommen - dafür sollte ich noch büßen.

Die Reise sollte am Donnerstag um halb 6 in der Früh starten, damit wir zur Mittageszeit schon da sein werden. Die Rechnung hat meine Gruppe aber ohne mich gemacht. Statt meinen Wecker auf halb 5 zu stellen, habe ich ihn auf 5:30 Uhr gestellt und wurde von einem panischen Anruf geweckt, wo ich denn sei. In einer imensen Geschwindigkeit habe ich meine Tasche zu Ende gepackt (dabei das wichtigste vergessen: meinen Bikini), Schnellduschen gemacht und zum Terminal gerannt. Im Endeffekt war alles in Ordnung und wir waren gegen 14 Uhr im Hostel. Dort haben wir DIE Entdeckung gemacht. Das Paradies. Ein Whirlpool im Garten! ♥  Kleine Erklärung: in Kolumbien muss man das (benutzte!) Klopapier in Papierkörbe daneben schmeißen. Die Rohre sind einfach zu klein.

Eine kurze Zusammenfassung der Highlights:

  • Eine Stadttour durch San Gil inklusive des parque gallineral. Bezaubernd!  Parque gallineral Die Gruppe der Freiwilligen und der Quotenkolumbianer links
  • Einen Ausflug in das koloniale Dorf Barichara ca. 45 Minuten entfernt von San Gil (unter den Top 10 Erlebnissen im Lonely Planet). Und eine Wanderung von dort in ein anderes Dorf über Stock und Stein.  Barichara ..mit schönem Ausblick in den Straßen Baricharas Kolumbien ! ♥ Meine Mädes aus Sogamoso und Tunja (und die liebe Anni als Fotografin) Nice shot. :)
  • DAS Highlight: Kolumbien ganz in gelb! Kolumbiens Fußballnationalmannschaft hats geschaft: nach 16 Jahren sind sie wieder für die WM qualifiziert. Eine einzige Party hier im Lande. Das beste daran: das Spiel war unfassbar gut! 
    http://www.laola1.at/de/fussball/fifa-wm-2014/wm-quali-suedamerika-concacaf-1110/page/67073-11786-61-61-.html
  • Eine 7stündige Caving&Canyoning-Tour, bei der ich gleich mehrere Tode gestorben bin. Im ersten Teil sind wir in einer Höhle gewandert/geschwommen/gekrabbelt und im zweiten Teil ging's ums Wandern, Abseilen, Klettern, Klippenspringen und vieles mehr. Am Ende des Tages hat nur noch der Jacuzzi gerufen.  Gruppenfoto im Bus zur Tour Herumklettern! noch ganz frisch am Anfang der Tour elegant wie immer durch die Höhle kurz nachdem wir unsere Lampen ausgemacht haben und im Dunkeln durch die Höhle gestreift sind. Das erste Gruppenfoto ohne trockene Klamotten Im Dunklen nur mit den LampenAus der Höhle raus! Abseilen (bzw. inzwischen schon im freien Fall) nach dem Abseilen Gruppenbild kurz vor dem Ende
  • Ein Partyabend, der auf einer Tankstelle inklusive Kiosken, einer Bar und einer Kapelle stattfand. Salsa kann man schließlich überall tanzen.
  • Die Wasserfälle. Hermosa!  Cascada Juan Cury Im Wasserfall mit Miri und Anni in den Fluten ohne Fleiß, kein Preis
  • Gemeinsame Abende und gemeinsames Kochen. Wir haben schon so einen Nudel-Entzug, dass wir an allen Abenden Pasta (AL DENTE, die man sonst nirgendwo findet) mit verschiedenen Saucen gemacht haben und uns dazu an der Tienda nebenan noch mit Bier versorgt haben. So lässt's sich leben!

 

Die nächste Reise ist schon geplant und ich kann kaum drauf warten mehr von diesem wunderschönen Land zu sehen. Dann ruft natürlich die Karibikküste. :)
Bis dahin: Chao chao muchachos ! 

30Sept
2013

Geburtstag auf kolumbianisch

Liebe Leseratten,

zuerst möchte ich mich sehr herzlich für die ganzen lieben Glückwünsche zu meinen Geburtstag bedanken. Es war wirklich schön von so vielen verschiedenen Leuten zu hören. :)

Zum Geburtstag in Kolumbien sollte man diese zwei Sachen wissen: Erstens ist der Geburtstag für die meisten Menschen ein nicht so besonderes Event wie ich es aus Deutschland kenne und zweitens wird der Tag der Feier einfach ganz variabel so verschoben wie es grade passt (z.B. wann das Wochenende ist).

FIESTA TEIL 1

Alles begann am Morgen des 22. September, ein Sonntag. Ich kam in die Küche und da standen sie: zwei große (riesen!) Schüsseln voll Lasagne. Mir lief schon das Wasser im Mund zusammen. Endlich mal was anderes als das typische Mittagesse: Reis, Kartoffeln, Fleisch und Erbsen/Bohnen/Möhren.
Meine Mama hat dafür gesort, dass ich gut frühstücke und hat mir ein Drei-Gänge-Frühstück zubereitet mit dem Kommentar "wir essen heute später Mittag - erst so um 3". Das war der erste Hinweis, dass heute etwas anders ist als sonst.
Hinweis Nummer 2 ist in meiner Familie eigentlich gar kein Hinweis, hätte mich aber unter normalen Umständen stutzig machen lassen. Ich wurde nämlich aufgestylt. Meine Haare wurden in Milimeterarbeit zu einer Lockenpracht verwandelt, meine Nägel wurden lackiert und meine Augebrauen unter Schmerzen in Form gebracht.
Während dieser Tortur folgte Hinweis Nummer 3: Um ca. 12 Uhr mittags bekam ich einen Anruf von der lieben Svana - einer Mitfreiwilligen. Sie hat mich gefragt, ob ich um 13:15 Uhr einen Kaffee mit ihr im Zentrum trinken möchte. Ich war froh aus der Haarspraywolke zu flüchten und war pünktlich zur verabredeten Zeit am Treffpunkt.
Hinweis Nummer 4 war dann, dass meine Freundinnen (inzwischen hatte sich noch die Elena zu uns gesellt) totale Lust hatten mich zu mir nach Hause zu bringen. Zitat: "ich habe heute eh nichts besseres vor." Jaja.
Der nächste Hinweis stand dann vor meiner Tür: Sophie, auch eine Deutsche, mit dem Kommentar "Ich habe zufällig deine Gastschwester getroffen und sie hat gefragt, ob ich Lust habe vorbeizukommen."
Ok, langsam aber sicher war klar was dort vor sich ging. Für jeden. Für jeden außer mir. Ich habe nämlich immer noch nix gecheckt. Noch nicht mal als meine Gastnichte meine Augen zugehalten hat und ich so ins Haus gehen sollte. Als ich mit ihr auf dem Arm reinkam sah das dann so aus:  Dekoriertes Wohnzimmer mit Geburtstagstorte  und ich sah so aus:  Überraschung!. Und meine Familie war auch glücklich:  :)

Meine Familie hatte sich wirklich sehr viel Mühe gegeben um mir einen schönen Tag zu machen und das ist TOTAL gelungen. Es wurde gegessen: Geburtstagstorte und Lasagne. Und natürlich viel getrunken: Wein, Bier und Aguardiente (Nebeninformation: DAS Nationalgetränk Kolumbiens. Schmeckt ein bisschen wie mit Wasser verdünnter Ouzo). Da hat das Tanzen nicht lange auf sich warten lassen:  Tanzen. Und vor keinem Halt gemacht:  Gastnichte Gabriela mit Gastcousine Camila.

Wie schon erwähnt, Geburtstage werden so gelegt wie man Zeit hat. Somit wurde mein Geburtstag - einen Tag zu früh - gemeinsam mit dem meines Schwagers gefeiert - eine Woche zu spät.  Juan und ich 

Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht und ich hatte einen sehr schönen Tag mit der Familie und Freunden.  Die Sogamoso chicas Am Ende des Nachmittages Verschiedene Tanzstile Blumen vom Onkel und seiner Familie Familienfoto

 

Zur Vollständigkeit halber: mein RICHTIGER Geburtstag war auch sehr schön - wenn auch nicht annähernd so ereignisreich. Für mich wurde im Projekt gesungen und abends bin ich mit meiner Familie Essen gegangen und meine Gastschwester hat noch - natürlich - eine Flasche Aguardiente spendiert.

 

FIESTA TEIL 2

Wie schon lange vorher verabredet sollte ich am Wochenende nach meinem Geburtstag Besuch bekommen. Vier Leute sollten bei mir zu Hause übernachten. Puuuh! Das heißt: Überredungskraft meinerseits zu meiner Gastfamilie. Nach längeren Gesprächen - mit Erklärungen und Hundblick - durften alle am Samstag kommen und am Sonntag oder Montag abreisen. 

Miri und Anni sind aus Tunja gekommen (etwa 1 1/2 Stunden von Sogamoso entfernt) und Hannah und Heini sind aus Ubaté gekommen (etwa 4-5 Stunden entfernt). 
Gemeinsam haben wir uns mit den anderen chicas und chicos aus Sogamoso am Samstag Abend erst auf ein Bier in einer Bar und später auf Aguardiente in einem Club getroffen. Auf dem Weg dorthin wurde noch etwas Tanzmut angetrunken: es wurden 2 Liter Rum (auf Spanisch übrigens: ron) aus Tetrapaks und 1 Liter Cola gekauft. Sehr gute Mischung! Danach waren wirklich ALLE in Tanz- und Partystimmung.

Der Abend war feuchtfröhlich mit viel Salsa, Merengue und anderen Tänzen, die ich noch nicht 100%ig professionell beherrsche. Um auch so richtig aufzufallen, wurde ich vorher noch von meinen Chicas in eine Prinzessin verwandelt:  Prinzessin Lisa

Einige Gäste fanden es so schön in Sogamoso, dass sie glatt noch bis Montag geblieben sind und wir uns ein gemeinsames verlängertes Wochenende gemacht haben und wir jede Minute meines zweiten Geburtstagswochenendes ausgekostet haben.

 

Ich fühle mich hier in Kolumbien super wohl, die ersten Reisepläne wurden schon gemacht, und seit meinem wunderbaren Geburtstag habe ich nochmal mehr das Gefühl, hier richtig willkommen zu sein und dementsprechend richtig hier in der Familie, in der Stadt, in dem Land angekommen zu sein. 
Bald gibt's noch mehr zu lesen..vor allem mein Projekt habe ich erst mit ein paar Worten erwähnt. Das wird sich bald ändern. :-) 

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